Rezension: Mentira – Stadt der Lügen

„Du kannst deine Entscheidungen nicht ungeschehen machen. Aber du kannst die Konsequenzen durch neue Taten vielleicht abmildern.“

Dieses Buch überrascht mit Fantasy und ohne dieses Gefühl, diese Geschichte schon irgendwo einmal gelesen zu haben. Am Ende denkt man ja immer wieder: Schöne neue Form von … Hier ist es nicht so. Hier gibt es keine Vampire, Dämonen usw. Diese Welt ist neu und spannend.

Als Melia einen wichtigen Auftrag bekommt, gerät das Vertrauen in ihre Schwesternschaft immer mehr ins Wanken. Ist wirklich alles wahr, was sie erzählt bekommen hat und was zieht sie immer wieder raus und hinter die Mauern Mentiras? Deswegen nimmt sie endlich ihren ganzen Mut zusammen und flieht in die Schattenstadt Sombra, um die ganzen Antworten zu finden, die sie in Mentira vergeblich gesucht hat.

„Sombra war keine Gemeinschaft. Hier lebte
jeder für sich und versuchte, sein Leben
so gut es ging zu leben. Ohne Rücksicht auf
andere und ohne Mitgefühl.“


Melia, unsere weibliche Hauptprotagonistin, ist in einer Stadt aufgewachsen, in der Lügen verboten ist. Schon als Kind wurde ihr eingetrichtet immer die Wahrheit zu sagen und ein guter Mensch zu sein. Jetzt aber muss sie sich genau dem Gegenteil stellen. Ich fand es herausragend, wie selbstbewusst sie ist und mutig. Sie hat kein Problem damit, Kontra zu geben und vieles zu hinterfragen. Jede Situation und Person wird analysiert und sie sucht strategisch nach Lösungen und schaut hinter Fassaden. Es ist für viele Bücher total untypisch und deswegen überraschte mich Melia und die Welt rund um Mentira.

Kilian, der zweite Protagonist, ist genau das Gegenteil und somit auch seine Welt. Bei ihm sind Lügen und Kälte Gang und Gebe. Die Finsternis in seinem Herzen setzt ihm aber immer wieder zu und er sorgt sich um seine Lieben. Seine Fassade ist aufrecht und ich finde den Charakter sehr facettenreich. Nichts ist wie es scheint und die Vergangenheit formt…

Auch die anderen Personen kommen sehr vielseitig rüber und sind gut durchdacht. Durch die verschiedenen Charakterperspektiven taucht man tiefer in die Welt hinein und generell ist dieses ganze Buch gut aufgebaut und vieles ist klar und wird trotzdem noch klarer im Laufe der Kapitel.
Jede Person hat Schattenseiten und es geht in die Tiefe der menschlichen Psyche. Man merkt wirklich nicht, dass es ein Erstling ist und ich bin immer wieder überrascht, dass ich doch noch überrascht werden kann. Top.

 

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und einfach zu lesen. Es wird nicht zu sehr ausgeschmückt und enthält doch alles um einen guten Gesamteindruck zu bekommen. Die Spannung wird stetig erneut hoch gehalten und zieht sich bis zum Schluss durch. Zudem schafft es Christina, einen immer wieder zu überraschen. Wenn es gerade so richtig spannend ist, fügt sich wieder Hintergrundwissen ein und macht alles noch ein wenig karer.

Dieses Buch hat es wirklich in sich gehabt. Es ist ein Debütroman und könnte wirklich von einer Autorin kommen, die schon einige Bücher herausgebracht hat und mit den Jahren reifte. Hier ist keine Geschichte, die eine tolle Ausgangsposition hat und einen spannenden Kern, sondern hier ist eine Geschichte, die wirklich Tiefe hat, keinem Klischee entspricht und wirklich neu ist. Die Personen formen sich, die Welt ist filmreif und nichts bleibt anerzählt, sondern hat eine Geschichte.
Und: Es ist nicht typisch jugendlich, sondern erwachsen. 😉

 

♥ Lieben Dank für das Rezensionsexemplar.♥

 

Dieses Buch bekommt 5 von 5 Möwen

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