Interview: Christina Hiemer

Meine lieben Zeilenwanderer,

heute habe ich der lieben „Christina Hiemer“ ein paar Fragen gestellt, die sie mir sogar noch vor ihrer Abreise beantwortet hat. Lieben Dank dafür. 🙂

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Alles Liebe,
Myrna

 


 

1. Wie entstand die Idee zu After Death?

Die Idee zu After Death ist eigentlich durch ein sehr unschönes Ereignis im letzten Jahr entstanden. Im Mai letztes Jahr mussten wir unseren geliebten Fleckenzwerg einschläfern. Er war schon länger sehr krank und die Angst, dass er bald gehen muss, war schon einige Zeit recht präsent. Die ersten Worte der Kurzgeschichte habe ich tatsächlich an dem Tag getippt, als wir ihn einschläfern lassen mussten. Mir hat es irgendwie geholfen, damit zurechtzukommen. Deshalb bedeutet mir After Death auch viel. Es ist eine Geschichte, die mich irgendwie immer an diesen sehr schrecklichen Tag erinnern wird.

 

2. Wer hat dich bei dem Buch begleitet und wer sind deine größten Unterstützer?

Es sind eigentlich immer dieselben drei Mädels, mit denen ich über neue Projekte rede und die mich konsequent darin bestärken weiter zu schreiben.
Stella Tack (die viele sicherlich von ihren verrückten Göttern kennen), Lea (eine Freundin, die ich durchs Lesen kennengelernt habe) und Jaqueline Steinke, die ebenfalls schreibt.

Stella und Jacky sind wahre Meister, wenn es darum geht mir in den Po zu treten und Lea macht mir einfach oft Mut meinen Weg zu gehen und mich nicht von anderen Dingen runterziehen zu lassen. 😊

 

3. Was würdest du Victoria raten, wärst du ihre beste Freundin? (ohne Spoiler)

Puh, das ist eine schwierige Frage. Vicky ist jemand, der eigentlich echt stur ist und (wie ich) oftmals eine viel zu große Klappe hat. Aber im Herzen will sie eigentlich nur ihre Familie beschützen und ihnen ein gutes Leben bieten. Dass sie dafür ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellt finde ich bewundernswert, denn das können tatsächlich nur wenige. Da sie ihren Job bei After Death aber sowieso nicht mag (wer könnte es ihr auch verübeln), würde ich ihr vermutlich einfach dazu raten, sich einen neuen zu suchen. Aber ob sie dem Rat folgen würde, ist noch einmal eine andere Frage.

4. Zu dem Zitat: Ich wollte nicht sterben. Nicht hier, nicht jetzt, nie. Würdest du ewig leben wollen und was müsste dir in genau diesem Leben erhalten bleiben?

Ja und Nein. Ich finde schon, das ewiges Leben durchaus einen gewissen Reiz hat. Man hätte so viel Zeit die Welt zu bereisen, man könnte so viele Sprachen lernen, hunderte Abenteuer erleben. Leider hätte ich aber auch Angst, dass das Leben irgendwann an Wert einbüßt, denn wenn nichts mehr endlich ist, dann verlieren die Dinge zwangsläufig an Bedeutung. Außerdem müsste man sich natürlich immer und immer wieder von den Menschen trennen, die man liebt. Etwas, das einen sicherlich sehr stark belastet auf Dauer. Aber ich bleibe dabei – ich fände ewiges Leben doch sehr reizvoll.

5. Bist du eine Person, die auch mal über Grenzen hinaus geht und den Nervenkitzel braucht?

Definitiv! Ich war schon immer jemand, der Grenzen hinterfragt und wenn nötig auch überschritten hat. Oftmals kommt man nur so an sein Ziel. Mut ist etwas, dass man nicht lernen kann. Aber ich bin trotzdem niemand, der sich kopfüber von der nächsten Brücke stürzt, trotz Sicherungsseil versteht sich 😀 Ich bin aber schon jemand, der gerne neue Wege beschreitet und neue Dinge ausprobiert. Denn nur wer auch bereit ist, etwas im Leben zu riskieren, hinterlässt bleibende Spuren. Und ich möchte diese Welt erst dann verlassen, wenn ich Spuren auf ihr hinterlassen habe 😊 Das ist mein eigener Anspruch an mich selbst.

6. Würdest du dem Tod für eine Challenge (z.B. U-Bahn-Surfing) ins Auge sehen wollen?

Ich muss bei dieser Frage irgendwie an eine Szene aus „Nerve“ denken, bei der Vee über eine Leiter läuft, die zwischen zwei Häuserzeilen waagerecht aus den Fenstern ragt.

DAS würde ich mich definitiv nicht trauen – egal wie viele „Watcher“ ich hätte 😊
Aber nur für eine blöde Challenge würde ich mein Leben nicht aufs Spiel setzen. Nervenkitzel bzw. Todesangst kann sehr beflügelnd, aber auch sehr lähmend sein. Nur für ein „paar Klicks“ oder eine „Challenge“ wäre es mir das definitiv nicht wert.

7. Was wäre bei der Aussage (Zitat aus dem Buch) „Christina, sie sind schon spät dran. Kommen sie, ihr Tod wartet schon“ dein erster Gedanke und würdest du gehen oder die Flucht ergreifen?

Mein erster Gedanke wäre: „WTF? WHAT THE F*CK?“ Mal ohne Witz, wer würde da nicht direkt umdrehen und sich von den Socken machen? Ich würde sowas von weglaufen. Schreiend! Denn wenn ich eins ganz sicher nicht will, dann sterben!

8. Was würdest du Menschen raten, die sich nicht mehr am Leben fühlen und endlich wieder existieren wollen?

Jeder Tag ist ein Geschenk, auch wenn man das vielleicht nicht jeden Tag so empfindet. Wir haben nur ein Leben, nur diese eine Chance und es wäre so schade, wenn man sie nicht nutzt. Ich habe auch Tage, an denen ich mich frage, was ich überhaupt hier mache,- aber die hat jeder. Da bin ich mir 100%ig sicher. Man sollte sich auf die kleinen Dinge im Leben konzentrieren. Dinge, die einen freuen, die einen glücklich machen. Draußen scheint die Sonne? – Dann nichts wie raus in den Park oder in den nächsten Wald. Allein solche kleinen Ausflüge (vollkommen egal ob allein oder in Begleitung) können einem so viel Kraft geben und einem zeigen, wie schön wie Welt da draußen ist. Schatten gibt es überall, aber eben auch ganz viele warme Sonnenstrahlen – man muss sie nur finden und genießen.

9. Würdest du zu der Möglichkeit greifen wollen, deinen Tod zu planen oder lieber jeden Tag leben, als wäre es der Letzte?

Die Frage ist ja vielmehr – will man wissen wie und wann man stirbt? Ich persönlich möchte das nicht. Der Tod ist etwas, dass man immer bewusst weit von sich wegschiebt. Deshalb lebe ich lieber weiter in Unwissenheit und befasse mich dann mit dem Tod, wenn er an meine Tür klopft – was hoffentlich noch eine ganze Weile dauern wird 😊

10. Wäre das Leben in der Welt der Anthologie „Virtuelle Welten“ für dich reizbar und meinst du, wir driften in ein paar Jahren auch darauf zu?

Ich kenne ja derzeit nur meine eigene „Welt“, die ich im Rahmen der Anthologie Virtuellen Welten geschaffen habe, bin mir aber trotzdem sicher, dass wir durch unsere immer weiter fortschreitende Technik bereits mitten im Prozess der virtuellen Welt stecken.

Vor Kurzem habe ich das erste Mal die „Virtual Reality“ getestet und war fasziniert, wie weit der Stand der Technik bereits ist! Das macht nicht nur tierisch viel Spaß, sondern ist wirklich wahnsinnig spannend und aufregend. Wir sind technisch viel weiter entwickelt, als wir es vielleicht ahnen. Deshalb glaube ich schon, dass vieles, was wir bisher nur aus Büchern oder Filmen kennen vielleicht in gar nicht mehr so ferner Zukunft, bereits zum Alltag gehören könnte. Ob wir allerdings dann unseren Tod planen können, das wage ich (noch) zu bezweifeln!

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