Interview: Sophie Grossalber

Meine lieben Zeilenwanderer,

heute gibt es ein neues Interview für euch. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sonntag

1. Wie bist Du dazu gekommen, Dein erstes Buch zu schreiben?


Ich muss zuerst einmal sagen, dass noch kein Roman von mir veröffentlicht wurde. (Ich arbeite dran XD) “Dumornay’s Legacy”, welches der erste Roman ist, den ich beendet habe, bzw. Die Geschichte für die gesamte Trilogie kamen mir – ja, ganz klischée-mäßig – in einem Traum. Damals war die Idee noch eine Protagonistin, die als Werwölfin für eine Spezialeinheit der Polizei arbeitet und mit einer Fee zusammen lebt. Daraus wurde dann irgendwann die Geschichte um Ria, eine Ärztin, die aus einer Jägerfamilie stammt und die unfreiwillig in eine Fehde zwischen ihrem Vater und einem Vampir hinein gezogen wird, bis sie sich schlussendlich entscheiden muss, ob sie lieber für ihr Leben und ihre Familie kämpft oder nicht. Eigentlich wollte ich dieses Jahr für „Dumornay’s Legacy“ mit der Agentursuche anfangen, habe mich dann aber dagegen entschieden und ein anderes, neues Projekt vorgeschoben: „The Gold of Falling Stars“ (Arbeitstitel), welches ein Einzelband werden soll. Denn, als Newbie habe ich mehr Chancen, einen Einzelband als Debüt zu verkaufen, als eine gesamte Trilogie, bei der Verlag und Agentur am Anfang noch nicht wissen können, wie gut es sich verkaufen wird.

2. Wie sind die 3 Kurzgeschichten zu „Blood and Guilt“ denn entstanden? Hat sich viel während des Schreibens entwickelt?


Die erste Geschichte, „Der Teufel von New Orleans“, war für eine Ausschreibung gedacht, wurde allerdings abgelehnt. Die zweite Geschichte, „Sullivans Gesetz“, war auch für eine andere Ausschreibung gedacht, nachdem sich dort nach über einem Jahr warten nichts bewegt hat, habe ich die Geschichte zurückgezogen und mich Ende letzten Jahres dazu entschieden, die beiden selber zu veröffentlichen. Dann kam überraschenderweise noch Lei aus „Blutspuren im Schnee“ dazu – und jetzt sind’s drei Geschichten in einem Päckchen.

😀

Ich bin eine von den Personen, die wissen müssen, wie die Geschichte enden wird, sonst dauert das Schreiben bei mir ewig. Aber die Protagonisten haben mir in allen ihren Geschichten während des Schreibens mehr über sie erfahren als ich am Anfang wusste. ^^

3. Gibt es Autoren die ein Vorbild für dich sind? So als Newcomer hat man ja ‚Idole‘.


SO. VIELE. Zu meinen Idolen zähle ich unter anderem Katharina Haderer und Katrin Ils, die ich beide schon persönlich kennen lernen durfte und die zwei mega liebe Menschen sind. Und auch noch Leigh Bardugo, V.E./Victoria Schwab und Pierce Brown, um nur einige wenige noch zu nennen.

4. In den P – Files vertreten zu sein, war bestimmt eine große Ehre. Gab es auch eine gewisse Zusammenarbeit mit den anderen Autoren? Ansporn etc. Wenn nicht, welche Geschichte, neben deiner , gefällt dir noch gut und warum?


Zusammenarbeit gab es zu Anfang keine zwischen den Autoren – ich kannte da noch niemanden von den P-Files-Autoren. Bei der FBM letztes Jahr durfte ich dann aber einige persönlich kennen lernen und würde sogar so weit gehen und ein, zwei der darin vertretenen Autoren als Freunde bezeichnen. Die ganze Truppe an P-Files Agenten (von denen einige auch wieder in den A-Files vertreten sind, yay!) ist ein unglaublich lieber, verrückter Haufen und die Signierstunde am Messesonntag bei der FBM’18 hat sehr viel Spaß gemacht.

😀

Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich noch gar nicht dazu gekommen bin, die anderen Geschichten in den P-Files zu lesen. Das nehme ich mir aber fest vor, vor dem Erscheinungstermin der A-Files.

😀

5. Vampire, Werwölfe und Jäger sind ja seit Buffy gern gesehen/gelesen. Was fasziniert dich daran? Würdest du dennoch gerne zu den Jägern gehören oder als Monster die Welt unsicher machen wollen?


Ich war schon immer fasziniert von Vampiren und Werwölfen (Ich hab mit 12/13 das erste Mal Dracula gelesen xD), allerdings ist es mehr die Dualität zwischen Monster und Nicht-Monster, die mich fasziniert. Und ich hoffe, das kommt auch bei Blood and Guilt und Dumornay rüber, dass es nicht die Genetik oder die Spezies ist, die Personen zu Monstern werden lässt, sondern die eigene Einstellung und die eigenen Entscheidung. Etwas, was ich immer wieder im Internet lese und woran ich mich auch beim Schreiben versuche zu halten, ist der Satz, dass „jeder denkt, er sei der Held in seiner eigenen Geschichte“ – egal, ob andere einen als Monster sehen oder nicht.
Gerade wegen dieser Dualität kann ich die zweite Frage nicht wirklich einfach so beantworten. Jäger, Werwölfe und Vampire haben alle die Möglichkeit, ihre Macht auszunutzen und somit anderen zu schaden. Und ob ich lieber Bürokratie und Vorurteile oder unbändigen Hunger und schmerzhafte Verwandlungen mit noch mehr Vorurteilen hätte… Eigentlich keins von beidem? Obwohl ich sagen muss, wäre ich einige Jahrhunderte früher geboren worden, hätte ich vermutlich zu ewigem Leben nicht Nein gesagt. Heutzutage sieht das eher anders aus.

6. New Orleans oder die schottischen Highlands? Wo würdest du lieber wohnen wollen?
Sind ja schon zwei sehr unterschiedliche Regionen. Warum gerade die Handlungsorte? Gibt es da Verbindungen zu?


Durch mein Studium in Edinburgh kenn ich Schottland und die Highlands ja schon (und liebe es), allerdings war ich noch nie in New Orleans. Also schwer zu sagen… Vermutlich aber doch eher Schottland – oder noch besser, eine Farm in Neuseeland xD Die Gegend in der Connors Geschichte spielt, ist in der Nähe von Fort William in den Highlands – ein Städtchen an dem man vorbei kommt, wenn man zum Glenfinnan Viadukt und weiter nach Oban und der Isle of Skye will (oder in die andere Richtung durch Glencoe durch). Ich weiß noch, dass ich mit meinen Eltern in 2017 durch die Highlands gefahren und eben an Fort William vorbei gekommen bin. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade auf der Suche nach Inspiration für die Werwolf-Ausschreibung und da tauchte auf einmal Connor in meinen Gedanken auf.
Bei New Orleans ist es einerseits die vermeintliche Exotik (ich war ja noch nie dort) des Ortes und die Verbindung zur Voodoo-Kultur und andererseits die Fernseh-Serie „The Originals“, die mich stark zu Damiens Geschichte inspiriert hat – ich hoffe aber, dass ich genug von meinem eigenen twist hinein gebracht habe. Frau will schließlich keine Klage wegen Plagiat oder Kopie am Hals haben. xD

7. Wärst du in der Lage dazu, über vermeintlich Unschuldige zu richten, wenn es sein müsste? Die eigenen Prinzipien für ein größeres Ganze hinten anzustellen?


Das ist eine der Fragen, die ich mir unbewusst immer wieder im Schreiben stelle. Was wäre ich bereit zu tun, um Menschen zu retten oder eben zu verdammen? Ich glaube aber eher, nein. Ich bin eine eher pazifistische Person, ich verurteile jegliche Gewalt gegen Unschuldige und selbst Gewalttaten aus Rache wegen einem vorangegangenen Akt sehe ich eigentlich nicht gern (Ha. Da wären wir wieder bei Dumornay’s Legacy bzw. der ganzen Trilogie, die sich genau darum dreht). Inzwischen bin ich selber zu dem Punkt angelangt, dass ich mich weigern würde, selbst wenn man mir eine Pistole an den Kopf halten würde. Ich werde die Hand nicht gegen andere Menschen erheben – selbst, wenn sie mir vorher schon etwas angetan haben. Denn Gewalt kann nur zu noch mehr Gewalt führen und davon haben wir in der Welt schon momentan genug.

8. „Wir alle haben das Potenzial zu Monstern zu werden“ Eine Aussage, die ich selbst unterschreiben würde. In Jedem von uns steckt Böses. Wann bricht es bei dir durch und wie macht es sich bemerkbar?


Haha, beim Schreiben? XD Wenn man meine Charaktere fragen würde, wär ich vermutlich das große Böse schlechthin. Aber naja… Wie jeder Mensch habe auch ich Grenzen und speziell im Angesicht von Ungerechtigkeiten werde ich schnell mal aufbrausend – versuche das dann aber ins Schreiben oder Workout im Fitnessstudio umzuleiten, ich will ja niemandem wehtun XD

9. Welche Machtposition würdest du gerne in dieser Welt haben?


Eigentlich keine. Bzw ursprünglich eigentlich keine. Wenn ich mir aber die momentane Politiklandschaft anschaue, überlege ich doch manchmal, wieviel ich tun könnte, wenn ich eine entsprechende Machtposition hätte. Naja, so bleibt mir nur das Welten- und Charaktere erschaffen und Geschichten schreiben – was in sich ja eigentlich auch schon eine Art von Machtposition ist. (Kudos an dieser Stelle an Jacinda Ardern, die momentane Premierministerin von Neuseeland, die zeigt, dass Frauen bzw. einfühlsame Menschen an der Spitze doch einiges bewegen können.)

10. Was sind deine Ziele für 2019?


Schreibtechnisch sind es momentan:
– Fertigstellen der Übersetzung von Blood and Guilt bzw. Blood and Guilt generell fertig machen (Illustrationen fehlen noch)
– Blood and Guilt veröffentlichen
– Die Geschichte in den A-Files polieren und fertig machen für die Veröffentlichung
– Den ersten Entwurf von „The Gold of Falling Stars“ bis Ende 2019 fertig schreiben
– Und zwei Kurzgeschichten bis Ende des Jahres plotten, schreiben und überarbeiten und eine weitere Kurzgeschichte planen
Abseits vom Autorenleben wären da unter anderem, das Austauschsemester positiv abschließen, ab September mit der Bachelor-Arbeit beginnen, endlich wieder aktiver auf YouTube und twitch werden und nicht mehr so viel über Politik aufregen

😉

Oh, und mehr den Kater kuscheln, wenn ich bei meinen Eltern bin

😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s