Rezension: Virtuelle Welten

Werden wir eines Tages Realität und Traum noch unterscheiden können?

20190524_154442 In dieser Anthologie sind insgesammt 20 spannende Geschichten vereint, die sich rund um virtuelle Welten drehen, ob der Tod überwunden oder die eigene Seele digitalisiert werden kann. Jede Geschichte ist ein Highlight für sich und manchmal gar nicht mehr so unwahrscheinlich.

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch Christina Hiemer. Sie hat Werbung für ihre enthaltene Geschichte gemacht und mich damit schon sehr neugierig gestimmt. Hinzu kam dann dieses Cover, welches ein Hingucker für sich ist. Mit seinem düsteren und doch farbenfrohem Buchkleid, macht es Lust auf mehr.

Durch dieses Buch habe ich viele neue Autoren für mich entdecken können und möchte meine favorisierten Geschichten mal ein wenig in den Fokus setzen.

Als erstes gefiel mir „Erstschlag“ von Floriann Krenn ganz gut. Viele Bereiche in seiner Geschichte haben mich echt erschüttert und dennoch nachdenklich gestimmt. Flugzeugsimulatoren sind sehr beliebt und man erlernt nebenbei viele Handgriffe, um sie später mal real umsetzen zu können. Vor allem lassen sich schnell Erfolge erzielen, aufgestaute Wut abbauen und sich in Gruppen einen Status erringen, der im realen Leben oft fehlt. Des Weiteren stellte sich hier auch die Frage, ob denn alles nicht doch echt ist und das Kriegsgebiet in der Ferne durch die eigene Hand geführt werden kann.

Die für mich aber beste Geschichte kam von Alvar Borgan und heißt „Das glühende Auge“.
Sie ist so detaillreich erzählt und beinhaltet das Schwert Xcaliber, welches eine ganze Armee ersetzen kann. Ich konnte bei dieser Geschichte alles bildlich vor mir sehen, die Gerüche atmen und den einzigartigen Gesank vom Schwert hören, der dem hohen Ton von Sirenen gleicht. Es war mit abstand eine Geschichte, die alle Einzelheiten eines dicken Romans vereint. WOW.

 

„Vertrautheit. Sicherheit. Das Wissen um das, was höchstwahrscheinlich als Nächstes passierte auf der non-digitalen, alten Erde, das war es, wonach er gedanklich griff wie ein Ertrinkender nach dem Rettungsring.

Aber auch „Zwischenwelten“ von Hans Jürgen Hetterling ist mir sehr im Gedächnis geblieben. Sie wirft die These auf, dass Datenbrillen und Sensorhandschuhe die 3D Realität nicht nur eine Spiele-Realität sein lässt. Gespielte Empfindungen lassen sich am eigenen Körper spüren und das seit Monaten gekannte Spiel lässt diese Realität, wo und was auch immer sie war, nach Belieben ihre Spielregeln ändern. Auch Schauplätze werden erschaffen und verschwinden von alleine.

Und nun kommen wir zu der lieben Christina Hiemer, die mit ihrer Geschichte „After Death“ eine Welt erschaffen hat, in der wir beinahe unsterblich sind und es dennoch Menschen gibt, die ihren Tod ins kleinste Detail planen, wie eine Hochzeit ect. Dabei ist jedes Szenario möglich. Eben ein indiviueller Wunschtod.
Auch diese Geschichte hat mich sehr fasziniert und ich frage mich, inwieweit der Tod später noch zu umgehen sein wird?

Vor allem hab ich mich am Ende des Buches gefragt:
Was hat mich am meisten verstört?
Was übersteigt meine Glaubensansätze und ist es mit der derzeitigen Weltanschauung in Einklang zu bringen? Vieles ist gar nicht so weit hergeholt und steht vielleicht bald ein digitalisierter Mensch vor mir und ich merke es nicht?

Loggt euch aus, entscheidet euch für das reale Leben, ohne eine eigene Rolle im virtuellen Leben zu sein und spürt das Leben in all seinen Facetten.

 

♥ Lieben Dank für das Rezensionsexemplar.♥

 

Dieses Buch bekommt 5 von 5 Möwen

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