Rezension: Invalidum

Was wäre wenn du dein Baby bis ins kleineste Detail planen könntest und alle Krankheiten im Voraus ausgeschlossen werden könnten?
Genau damit beschäftigt sich die Geschichte von Phillippa Penn.
In Eugenica ist alles perfekt. Jedes Baby wird mit dem Gen-Design vor der Geburt perfektioniert und an das Standardaussehen angepasst. Die Individualität ist somit ausgestorben und dennoch wird es geschätzt.

Linn und Runa, die beiden Hauptprotagonisten, sind aber anderer Meinung und rebellieren gegen dieses Regime, nachdem sie ein gewisses Schlüsselerlebnis hatten.
Linn ist Geburtshelferin und bei einer schweren und einzigartigen Geburt dabei, als ein nicht perfektes Baby das Licht der Welt erblickt. Wie alle anderen soll es ‚entsorgt‘ werden und Linn fasst umgehend den Entschluss und flieht.
Runa steht vor der Prüfung zur Studienanwärterin und muss sich einer Aufgabe unterziehen, die nicht normal verläuft. Als sie dabei ohnmächtig wird und im Krankenhaus wieder zu sich kommt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt.
Dieses Buch habe ich verschlungen. Es war von der ersten Seite an fesselnd. Vor allem aber auch hart. Wenn der Leser die ersten Kapitel mit der Geburt überstanden hat, ist er schon einmal mitgenommen. Weiter geht es mit der Flucht und Runas Weg zur Prüfung. Auch da ist einiges los und der Leser erfährt wieder mehr von der Thematik. Vor allem aber gibt es da schon spannende Cliffhänger. Jedes Kapitel hört da auf, wo man unbedingt weiter lesen möchte und so verging Kapitel für Kapitel. Immer wieder konnte ich es nicht zur Seite legen, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht. Und so erging es mir bis zum Ende. Es gab vielleicht eine Hand voll Enden, an denen ich nicht dachte: Warum muss es jetzt wieder enden und bei Runa/Linn weitergehen.

Genau, geschrieben wird aus der Sicht von Runa und Linn und der Leser erfährt parallel, wie es der jeweils anderen ergeht. Da der Leser nicht lange in den Kapiteln verweilt, hat er auch ein gewisses Zeitgefühl und kann den Wettlauf mit der Zeit regelrecht miterleben.
Selbst die Nebencharaktere haben eine spannende Geschichte und am Ende fließt alles zusammen.

Die Räume, in denen das Geschehen spielt, sind ausgereift und bildgewaltigt. Ich konnte mir Eugenia unter der Kuppel vorstellen, die sterilen weißen Räume und auch die Welt außerhalb, in der es eisig und heruntergekommen war.
Selbst die Technik konnte ich mir gut vorstellen und musste erkennen das wir gar nicht mehr so weit davon entfernt sind.

Erschreckend ist aber die Auffassung von gezeugten Kindern. Kinder, die nicht perfekt sind und somit keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfen, die entweder entsorgt werden oder ausgegrenzt, auf die herab geschaut wird und für die sich die Menschen schämen.

Am Ende bleibt die Frage, ob man wirklich alles perfekt haben will? Was ist dann noch besonders? Sind nicht gerade die kleinen Fehler wichtig und eine gewisse Unordnung, als alles steril, klar und perfekt zu haben.

Ich für meinen Teil freue mich auf die Fortsetzung und werde bis dahin bestimmt immer wieder mal an diese Geschichte denken. Sie hat mich gespannt zurück gelassen und wirklich von den ersten Seiten an gefesselt.

♥ Lieben Dank für das Rezensionsexemplar.♥


Dieses Buch bekommt 5 von 5 Möwen

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